23.Sep 2013

„Lasst uns miteinander…“ Familientag 2013 im Huberhaus Wernigerode

„Lasst uns miteinander singen, spielen, lernen mit Spaß“ – die leicht abgewandelte Zeile aus dem bekannten Kanon stand als Leitmotiv über dem Familientag 2013, der auf dem Gelände der CVJM-Familienferienstätte Huberhaus gefeiert wurde. Der Kanon wurde zum Beginn des Tages genauso fröhlich angestimmt wie im abschließenden Gottesdienst in der Wernigeröder Liebfrauenkirche.

Anlass für das Fest war das 150-jährige Bestehen des Huberhauses, das zunächst den Namen „Vereinshaus der St.-Theobaldistiftung“ trug. Victor Aimé Huber, einer der bedeutenden christlichen Sozialreformer des 19. Jahrhunderts, verbrachte seine letzten Lebensjahre in Wernigerode und hatte das Haus 1863 als christliche Begegnungsstätte eingeweiht. Heute betreibt es der CVJM Sachsen-Anhalt e.V., ganz im Sinne des Stifters, als Familienferienstätte.

Gottfried Muntschick, Generalsekretär des Verbandes, konnte zum Beginn des Tages zahlreiche Ehrengäste begrüßen, allen voran den Minister für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt Norbert Bischoff, dazu die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer, den Regionalbischof des Propstsprengels Stendal – Magdeburg Christoph Hackbeil sowie Landtagsabgeordnete der Region und Vertreter aus Kirche und Lokalpolitik.

Grußworte und Glückwünsche überbrachten auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert und Martin Skiebe als amtierender Landrat des Harzkreises.

Gesprächsrunde„Was bedeutet Familie für uns; was wünschen wir uns von der Politik künftig für Familien?“ – Diese Fragen erörterten Minister Bischoff, Propst Hackbeil und die Landtagsabgeordnete Angela Gorr unter der Moderation von Gottfried Muntschick. „Familie bedeute Treue, ganz im Sinne des biblischen Begriffs“, bekräftigte Hackbeil. „In der Familie könne jeder so sein, wie er ist, ganz ohne Zwänge“, darin sah Angela Gorr den besonderen Wert dieser Form des Zusammenlebens. „Familie stärken aber nicht bevormunden“, das war für Minister Bischoff die Leitlinie einer angemessenen Familienpolitik.

Einem Aufruf von Angela Gorr folgend legten die Ehrengäste am Standbild von Victor Aimé Huber je eine weiße Rose nieder.

Zahlreiche Akteure, Vereine, Gruppen und Initiativen, stellten auf dem Grundstück des Huberhauses ihre Angebote für Familien vor. Das reichte von Experimentierwagen der Kinderhochschule bis zum Schmink- und Bastelangebot der Kindereinrichtungen aus dem Stadtteil. Viele Familien aus Wernigerode nutzten an diesem Tag die Gelegenheit, das Huberhaus kennenzulernen und sich über Angebote für Familien zu orientieren. Spiel und Spaß, zum Beispiel mit „Kaosclown“ Wawra oder an der Kletterwand des CVJM, kamen dabei aber nicht zu kurz.

Für Unterhaltung sorgen die Mitwirkenden des Bühnenprogramms. Dabei Klownk_1024durften die Zuschauer sogar eine Premiere erleben: Die Theatergruppe der örtlichen Kirchengemeinde St. Sylvestri und Liebfrauen hatte sich erstmals mit ihrem Märchenstück „König Drosselbart“ auf die Bühne gewagt und erntete dafür großen Applaus.

Musikalischer Motor des Wochenendes war die Bläsergruppe der Landeskirche Anhalts unter der Leitung von Steffen Bischoff, die auch den abschließenden Familiengottesdienst mitgestaltete. „Lasst uns miteinander…“ – dieses Motto war hier noch einmal in vielfältiger Form spielerisch und kreativ zu erleben. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Familientag 2013″ resümierte Herr Barth, der die Familienferienstätte seit 1995 mit seiner Frau leitet. „Das Motto des Tages ist zu einem Erlebnis geworden. Jung und Alt, Nah und Fern, Kommune und Kirche haben zusammen gefeiert.“

Ulrich Baxmann, Wernigerode