30.Apr 2013

Gottfried’s Fragen

Die Macht der Sprache oder versteht uns jemand?Muntschick lesend

Es war schon immer ein Privileg der Verkündigung, mit Worten etwas auszudrücken, was die tiefsten Fragen des Lebens berührt und weit über das hier und jetzt hinausgeht. Worte haben Kraft und sie haben Macht. Aber nur, wenn sie den Hörer in seiner Lebenssituation treffen, ihn sensibel machen für die Nachricht, die wir haben.

Ein Mensch lernt seine erste Sprache als Kleinkind fast wie nebenbei. Es ist die Muttersprache. Für weitere später erlernte Sprachen braucht es eine weitaus größere Anstrengung und wird auch selten zur Vollendung geführt. So ist es wohl auch mit unserer geistlichen Sprache und unserem Vokabular über Gott und unseren Glauben. Was wir mit der „Muttermilch“ eingesogen haben, beherrschen wir gut. Natürlich sind wir nicht alle als Kinder in die geistliche Sprache hineingewachsen, aber gelernt haben wir sie, wie und wo auch immer. Es gibt eine eigene Glaubenssprache, manche nennen es auch „kanaanäisch“.

Wenn wir nun unterwegs sind und mit Menschen über Gott und den Glauben reden, die diese Sprache nicht sprechen, müssen wir übersetzen. Als gute Dolmetscher sollten wir auch die „Muttersprache“ des Hörers kennen. Dabei reicht es nicht, die Worte des anderen zu benutzen. Welche witzigen Auswirkungen das haben kann, merkt man bei computergesteuerten Übersetzungsprogrammen, die einfach nur die Worte übersetzen, aber nicht den Sinn. Das heißt, dass unsere Worte und Bilder, Vergleiche und Beispiele für den Zuhörer auch einen Sinn ergeben müssen.

Welchen Sinn aber hat die Botschaft vom Kreuz, von der Auferstehung und vom Sendungsauftrag Jesu? Wie beschreiben wir, dass Jesus unser Herr und Meister ist? Welche Worte finden wir für die wichtigste Sache der Welt? Unsere Mission als CVJM ist es, mit den Menschen durch unsere „Glaubensstadt“ zu spazieren und ihnen zu erzählen, was uns an unserer Stadt lieb ist und warum wir hier gerne leben. Den einen werden die Jahreszahlen und geschichtlichen Zusammenhänge interessieren, den andern die Menschen, die mit uns unterwegs sind. Auf jeden Fall wird es auf unsere Begeisterung ankommen, die ausstrahlt und den Hörer für unsere Stadt begeistert. Und es wird auf unsere Worte ankommen, mit denen wir vom Wort des Lebens reden. Es gibt schon viele zugezogene „Stadtführer“. Bist du einer von Ihnen?