2.Feb 2018

Von Josua und anderen Angsthasen

Zum 1. 396TageFebruar sind wir in unserem Bibelleseplan im Buch Josua angekommen und dort steht sie, eine meiner Lieblingsgeschichten. Überschrieben wird sie in der neuen Luther-Übersetzung mit „Vorbereitungen für den Einzug ins verheißene Land“, für mich trägt das erste Kapitel heimlich die Überschrift „Von Josua und anderen Angsthasen“. Ich will mich auf die ersten 9 Verse fokussieren, die es für mich besonders in sich haben und mich schon seit meiner Jugend begleiten. Ich liebe den Impact, den diese Verse auf mein Leben hatten und immer noch haben.

Was passiert da also? Mose ist gestorben und Gott übergibt die Leitung des Volkes Israels in Josuas Hände, ermutigt ihn, dass die Zusagen, die Gott Mose gab, immer noch gültig sind. Er erneuert das Versprechen, dass Gott das verheißene Land wirklich dem Volk geben will. Und dann kommt’s, was ich so spannend finde: Josua wird ermutigt- in Vers 5, in Vers 6, in Vers 7, mit einer Verheißung verbunden in Vers 8 und nochmal in Vers 9. Immer wiederkehrend sagt Gott Josua in diesen Versen zu: „Ich bin bei dir, wie ich mit Mose war. Ich werde dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt… Sei nur getrost und ganz unverzagt… Betrachte das Buch dieses Gesetzes Tag und Nacht, halte es, tu danach und dann wird es dir auf deinem Weg gelingen, du wirst es recht ausrichten… Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“

Es gibt Situationen im Leben, die bei uns Menschen Unsicherheit, Angst und das Gefühl der Überforderung auslösen. Man nehme eine Aufgabe, am besten 3 Schuhgrößen zu groß, eine allgemein gehaltene Aufgabenbeschreibung und eine Prise Zweifel oder Unklarheit über eigene Fähigkeiten. Man nehme einen Menschen, der gewillt ist, Gott nachzufolgen und der eines Tages aber feststellt, dass Gott sein Gebet „Gebrauche mich!“ sehr wohl erhört hat, aber irgendwie anders als gedacht, denn diese Aufgabe, die plötzlich vor Füßen liegt: drei Nummern zu groß… Und scheinbar nicht wirklich „gabenorientiert“, wie wir Christen zu sagen pflegen. Oder schlicht zu viel. Zu groß. Zu überfordernd.

Josua war ein Mensch, dem diese Misere offensichtlich nicht ganz fremd war. Die Bibel hält sich an diesem Punkt nüchtern, Josuas Gefühlsregungen sind uns leider nicht überliefert. Mose war gerade gestorben, ein großer mächtiger Mann Gottes, von dem es in der Bibel heißt, dass Israel keinen anderen Propheten mehr gesehen hat, zu dem Gott „face-to-face“ geredet hat, von Angesicht zu Angesicht. Einer, der Gott kannte, durch den Gott große Wunder und Zeichen vollbrachte, im Klartext: Einer der ganz Großen der Bibel. Und nun steht Josua da, vor einer gewaltigen Aufgabe, das Gedächtnis von Mose noch in Gedanken und Herz, als Gott ihn dazu beruft (auf so einen Job bewirbt man sich glaub ich nicht freiwillig, aber dies nur als Randgedanke) das Volk Israel in das verheißene Land zu führen. Josua war offensichtlich keiner der außerordentlich risikofreudigen, absolut extrovertierten und mutigen Menschen, wenn man betrachtet, wie Gott mit ihm umging: „Ich bin bei dir, wie ich mit Mose war. Ich werde dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt… (und noch einmal) Sei nur getrost und ganz unverzagt… Betrachte das Buch dieses Gesetzes Tag und Nacht, halte es, tu danach und dann wird es dir auf deinem Weg gelingen, du wirst es recht ausrichten… (und noch einmal) Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ Das würde keinen Sinn machen, wenn Gott damit nicht voll „ins Schwarze“ treffen würde! Innerhalb von so wenigen Versen so viele Ermutigungen, das hat mich aufmerken lassen.

Was war Josua also für ein Mensch, wenn das nötig war, um ihn zu motivieren? Im Umkehrschluss wohl ein Mann, der sich nicht sicher ist, ob er diese Aufgabe wirklich erfüllen kann. Ein Mann, der nicht weiß, ob er Moses Job weiterführen kann. Unklarheit über seine Fähigkeiten, Begabungen, die Aufgabe drei Nummern zu groß, eine allgemein gehaltene Aufgabenstellung. Angst, allein gelassen zu werden, fallen gelassen und aufgegeben zu werden, ein Mann, der nicht gerade vor Mut strotzt. Mit anderen Worten: ein Angsthase. Und wie grandios, wie Gott mit ihm umgeht! Er sagt es ihm so oft, wie er es hören muss.

Sei getrost… für mich heißt das, es gibt Trost. Es gibt das ultimative „es wird gut“, und ich glaube das zutiefst, es wird gut werden, das tröstet.

Sei unverzagt… heißt für mich: du brauchst nicht gelähmt sein, egal vor was du dich fürchtest. Egal ob ich vor mir eine Gefahr sehe, ich kann mutig weitergehen.

Halte dich an das Gesetz… bedeutet für mich aktiv die Begegnung mit Gott zu suchen, mich an ihm auszurichten, sein Wort als Maßstab für mein Leben zu nehmen. Mit der Verheißung: dann wird es dir auf deinem Weg gelingen. Bleibe ich mit Gott in ungebrochenem Kontakt, so weiß ich mich geborgen, dass -und zwar ungeachtet dessen, ob mir gefällt was mir begegnet- er mit seinem Segen dabei ist und meine Schritte leitet, selbst wenn ich den Untergrund nicht kenne.

Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott ist mit dir in allem, was du tun wirst… Nichts hat das Recht, mich zu erschrecken. Es braucht mir nicht grauen, weil ich weiß, dass die größte Autorität dieser Welt, nämlich Gott himself, mit mir ist.

Ich wünsche dir, dass dich diese Stelle ebenfalls so berühren darf wie mich. Ein Vers, der mich schon über eineinhalb Jahrzehnte begleitet, möge er dich auch begleiten. Für all die, die es immer wieder hören müssen:

Habe ich dir nicht geboten: Sei getrost und unverzagt? Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.“ Josua 1,9

Eure Kati