20.Apr 2018

Nehemias Erfolgsgeheimnis

396TageDiese Woche lesen wir von Esra und Nehemia. Ich kannte die beiden vorher noch nicht und muss sagen, dass ich begeistert bin. Nun habe ich zwei Vorbilder mehr. Also, wer die Woche noch nicht gelesen hat, unbedingt nachholen! Klare Empfehlung meinerseits.

In diesem Artikel möchte ich mich jedoch auf Nehemia konzentrieren. Nach dem babylonischen Exil kamen die Juden in mehreren Wellen zurück nach Jerusalem. Die dritte große Einwanderwelle wurde von Nehemia angeführt. Dieser war Mundschenk des persischen Großkönigs Artahsasta. Als er von einem Freund erfuhr, dass die Stadtmauer um Jerusalem immer noch ein einziger Schrotthaufen ist, flehte er Tage lang zu Gott und bekam die Berufung die Mauer wieder aufzubauen.

So zog er los. In Jerusalem angekommen, inspizierte er sofort die Stadtmauer und begann den Aufbau. Dabei sagt er: „Der Gott des Himmels ist es, der uns Gelingen geben wird. Und wir seine Diener, werden ans Werk gehen und bauen.“ (Neh. 2,20) Doch das Ganze wurde alles andere als leicht. Nehemia stieß immer wieder auf erbitterten Widerstand der einheimischen Machthaber. Der Wiederaufbau der Mauer war wohl DIE Aufgabe seines Lebens. Ich glaube, so viele Schwierigkeiten wie hier, hatte er wohl niemals zuvor.

Aber wisst ihr, warum Nehemia mein Vorbild ist? Weil er in totaler Abhängigkeit zu Gott lebte. Er sagte: „Der Gott des Himmels ist es, der uns Gelingen geben wird.“ Er weiß, dass er alleine dazu nicht in der Lage ist. Diese Art der Abhängigkeit hat jedoch nichts mit einer „Sucht“ o.ä zu tun. Eines Tages kam eine Freundin zu mir und fragte mich: „Martin, kann man süchtig nach Gott sein?“ Diese Frage meinte sie wirklich ernst.  Nach einigen Tagen Überlegen sagte ich ihr: „Nein kann man nicht, denn eine Sucht schränkt dich in deiner Freiheit ein. Aber Gott tut es nicht. Er macht dich sogar frei.“

Nehemia lebte in der Art der Abhängigkeit zu Gott, die frei macht, Leben bringt und durch die man Großes erreichen kann. Und dabei geht er nicht davon aus, dass Gott alles alleine macht (was er natürlich könnte) und das er sich Zurücklehnen und entspannt zusehen kann, wie sich ganz allmählich die Trümmer der alten Mauer, in magischer Art und Weise zu einer Neuen formen. Nein. Er sagt: „Und wir seine Diener, werden ans Werk gehen und bauen.“

Ich muss ehrlich gestehen: Es wäre mir oft lieber, wenn die Trümmer in meinem Leben von alleine verschwinden. Wenn alle Probleme und Sorgen sich nach einem Gebet, wie durch Zauberhand auflösen. Doch wo wäre dann da der Glaube? Ich finde es nicht schwer zu beten, aber ich finde es schwer zu handeln. Das Handeln verlangt mehr Vertrauen und Abhängigkeit zu Gott, als das Beten allein. Ich möchte damit nicht sagen, das Beten nichts Wichtiges wäre. Ich bin der Meinung, Beten ist das Wichtigste. Aber genauso wichtig ist das Handeln.

Nehemia hat das verstanden. Beim Lesen des Buches ist mir immer wieder dieses Schema aufgefallen: Gebet – Handlung – Erfolg, und zwar immer in dieser Reihenfolge. Das Gebet ist der erste Schritt. Aber ohne der Handlung kommt es nicht zum Erfolg.

Und es kam zum Erfolg. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten schaffte Nehemia es, die Mauer in nur 52 Tagen aufzubauen. Das ist schneller als schnell, nahezu unglaublich (im wahrsten Sinne des Wortes). Also wenn auch nur ein Ingenieur des Berliner Flughafens wie Nehemia wäre, würde das Ding wahrscheinlich in zwei Wochen fertig sein. Sein Erfolgsgeheimnis?

Gebet + Handlung + Segen Gottes = Erfolg

Jakobus sagt: „So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.“ (Jak. 2,17) Unzählige Male spricht Gott: Fürchte dich nicht. Diesen Mut wünsche ich mir und euch. Den Mut aus der Masse zu treten und mutig ins Handeln zu kommen.

Wenn dein Glaube eingeschlafen ist, versuche es wie Nehemia. Gott hat ein großartiges Abenteuer für dich vorbereitet.

LG Martin