2.Nov 2018

In 396 Tagen durch die Bibel: Martin braucht eure Hilfe!

Heute: Exklusive Einblicke hinter die Kulissen eines Facebook Posts und „Martin braucht eure Hilfe zur Aufklärung!“

Am heutigen Tage haben wir genau 84,02% der gesamten Bibel geschafft. Trotzdem liest und lernt man immer wieder Neues. In der vergangen Woche sollte ich eine ganz besondere Erkenntnis gewinnen…

Der Post für diese Woche war eigentlich schon fertig. Ich schrieb über Johannes 10 und konzentrierte mich auf die Verse 5 und 14.

Jesus sagt: „Ich bin der gute Hirte, ich kenne meine Schafe und sie kennen mich. Einem Fremden aber folgen sie nicht, sondern laufen vor ihm weg, weil sie seine Stimme nicht kennen.“ (Joh. 10, 14 und Joh. 10, 5 NLB)

Ich schrieb über die ziemlich dummen und blinden Schaf, die nur 13 Meter sehen können und die für den Menschen stehen. Und ich schrieb über Gott, der den Überblick in meinem Leben hat, selbst wenn ich ihn verloren habe. Er sieht mehr als 13 Meter. Was für mich undurchschaubar ist, sieht er klar. Wohinter ich keinen Sinn vermute, sieht er ihn. Er hat das ganze Puzzle vor Augen, ich nur einen Ausschnitt. Das Ganze streckte ich auf eine A4 Seite und endete passend zum Schafthema mit „Einen wo(h)lligen Tag wünscht euch Martin.“

Doch bevor ein Facebook Post hochgeladen wird, lesen die Kollegen vom CVJM nochmal drüber. Ein Glück! Dabei kam jemand zu mir und sagte, dass Schafe weitsichtig seien und weitaus mehr als 13 Meter sehen können. Was? Wenn das stimmen würde, wäre die Grundthese, auf der mein ganzes Thema aufgebaut ist, falsch. Der ganze Post wäre Schwachsinn. Ich informierte mich stundenlang im Internet über Schafe. Auf manchen, meist christlichen Seiten, fand ich Predigten, die genau das Gleiche sagten wie ich: Schafe können nur 13 Meter sehen. Auf manchen biologischen Seiten stand genau das Gegenteil: Schafe sind weitsichtig und können nur in der Nähe nichts erkennen.

Ich hatte im vergangenen Sommer eine Freizeit über Psalm 23 mitgestaltet und dazu 7 Bibelarbeiten ausgearbeitet. In diesem Psalm geht es hauptsächlich um Schafe und ihren Hirten. Das Schafe in der Bibel als Bild für den Menschen verwendet werden, ist den meisten kein Geheimnis mehr. Ich hörte Predigten meines Lieblingspredigers zu dem Thema. Dort hörte ich von dem Bild des 13 Meter weit sehenden Schafes. Für mich immer noch ein geniales Bild für unsere begrenzte Sicht. Doch nun soll es wirklich falsch sein?

Nur zum Verständnis: Das der Mensch eine begrenzte Sicht hat und Gott weitaus weiter blicken kann als der Mensch, wird zu keinem Zeitpunkt angezweifelt. Es handelt sich lediglich um die „Dreizehn-Meter-Metapher“ die eventuell falsch sein könnte.

Für mich ging es schon lange nicht mehr nur um den Post. Könnte es wirklich sein, dass mein Lieblingsprediger falsche Metaphern predigt, nur um Gedankengänge möglichst cool und anschaulich zu gestalten? Ich hinterfragte nicht nur die Glaubwürdigkeit dieses Predigers, sondern die der ganzen Christenheit. Ich fragte mich, ob es sein könnte, dass vieles „christliche“, was „Christen“ sagen, nur Mittel zum Zweck sei. Ich stellte mir vor, wie ich mehr auf die Worte eines christlichen Menschen hörte, als auf die meines Gottes.

Dann ging ich ins Gebet. Ich redete eine lange Zeit mit Gott. Letztendlich sagte ich zu ihm: „Ich will nicht mehr die Worte von Menschen predigen, egal wie groß und erfolgreich sie sind. Ich möchte ausschließlich DEIN WORT predigen.“

NUN: Bevor ich mir die Meinung oder Sicht eines tollen Predigers oder Vorbildes einhole, versuche ich erst einmal Gottes Sicht der Dinge, für mich zu erfragen. Jeder Mensch ist einzigartig. Vielleicht hat Gott ja auch einzigartige Lösungen und Wege nur für mich? Was der eine Christ so sieht, ist vielleicht nicht die beste Sicht für mein Leben?

Was die 13 Meter Sicht der Schafe angeht, bin ich immer noch zu keiner Lösung gekommen. Ich habe sogar schon den Prediger angeschrieben, von dem ich mir den Podcast angesehen habe, aber da kam noch nichts nützliches zurück. Schreibt uns eine Nachricht (c.hildebrandt@cvjm-sachsen-anhalt.de), wenn ihr mehr zum Sehvermögen von Schafen wisst! Sieht zwar lustig aus, wenn eine große Schafdiskussion entsteht, aber es würde mir helfen!

Egal, was dabei rauskommt: Ich habe gelernt mein Vertrauen nicht auf das Wort von Menschen zu setzen, sondern einzig auf das Wort von Jesus. Das heißt nicht, dass ich Menschen nicht mehr vertraue. Aber ich ordne das Gesagte anders ein. Nicht mehr so absolut und wahrhaftig wie davor.

Wie sehr lässt du dich von den Worten deiner Vorbilder oder Freunden bestimmen? Wo versuchst du, andere zu kopieren, ohne zu reflektieren, ob ihre Sicht des Lebens auch deine Sicht des Lebens ist?

Wo fällt es dir schwer, dein Vertrauen allein auf Jesus zu setzen? Redest du mehr über Gott, als mit Gott?

Ich wünsche dir Mut, die Dinge zu hinterfragen und Jesus mehr zu vertrauen

Dein Martin 😊