21.Sep 2018

Gottes Liebe ist größer als sein Zorn

396Tage_5Amos war ein einfacher Schafzüchter aus Tekoa, als er von Gott den Auftrag bekam, Juda, Israel und den Nachbarvölkern Gottes Gericht zu verkündigen.
Das war damals eine sehr große und gefährliche Aufgabe, denn Amos kündigt an, dass Gott sein eigenes Volk bestrafen will. Jeder, der durch Betrug an anderen selber prächtige Häuser, teure Möbel oder reich gedeckte Tische erworben hatte, würde alles verlieren. Wie er sich wohl gefühlt hat? Darüber lässt sich nur spekulieren, aber es ist durch die Worte Gottes gut zu erkennen: Gott ist wütend, denn sein Volk hat sich von ihm abgewandt und alles, was er für sie getan hat, ist in Vergessenheit geraten. Sie ignorieren alle Gebote, die Gott aufgestellt hat, um ihnen ein freies und gutes Leben zu bieten, dabei hat er sie aus Ägypten geführt (aus der Sklaverei) und ein wunderschönes Land gegeben. Die Zehn Gebote haben den Menschen damals (und sollen es uns auch heute) gezeigt, wie wir miteinander leben können, ohne uns gegenseitig oder selber zu verletzen. Zum Beispiel, wenn ich auf meine Freundin eifersüchtig bin, weil sie ein viel schöneres Fahrrad hat, dann schadet es der Beziehung, die ich zu meiner Freundin habe. Denn jedes Mal, wenn ich sie mit dem Fahrrad sehe, werde ich traurig, wütend und neidisch. Es wird immer zwischen uns stehen. Und das möchte er uns mit den Geboten ersparen. Wir sollen alle frei sein können von solchen Gefühlen. Jeder darf mit dem zufrieden sein, was er hat. Darum ist Gott wütend auf sein Volk Israel, Juda und den Völkern darum. Sie hintergehen einander und beuten sich gegenseitig aus. Jeder möchte noch mehr haben.

Gott möchte das alles nicht mehr sehen. Er ist wütend und enttäuscht von seinem geliebten Volk. Wie ein Vater oder eine Mutter enttäuscht und wütend ist, wenn das Kind trotz klarem Verbot etwas macht, was es nicht soll. Doch sie lieben ihr Kind und wollen es mit den Regeln vor Verletzungen und Gefahren bewahren. Die Enttäuschung und die Wut der Eltern entsteht aus der Angst, dem Kind könnte was passieren. Sie wollen ihr Kind nicht verlieren und so ist es auch bei Gott. Er liebt sein Volk und möchte, dass es jedem einzelnen gut geht.

So wie auch in Amos 5,4 geschrieben steht: „Darum so spricht der Herr zum Volk Israel: Suchet mich, so werdet ihr leben.“ Gott liebt sein Volk und er würde ihnen sofort vergeben, wenn sie sich mit ganzen Herzen wieder an ihn wenden. Er würde sein Volk verschonen vor dem Gericht. Durch diese Vergebung und diese Liebe ermöglicht er uns auch heute noch ein Leben mit ihm. Ein Leben, in dem wir in schlechten Zeiten niemals alleine sind.

Ich finde, das eine ziemlich krasse Situation. Da hintergehen sich die Menschen, belügen und betrügen sich, ignorieren alles, was Gott ihnen geboten hat und er sagt sie brauchen sich nur zu ihm umkehren und er verschont sie. Wenn ich an Gottes Stelle wäre, würde ich es sehr schwer haben, so etwas Großes zu verzeihen und von einer Strafe abzusehen. Die haben ja nicht nur sich gegenseitig betrogen und belogen, sondern sie haben auch Gott in Frage gestellt und alles ignoriert, was er ihnen Gutes getan hat. Mir fällt es ja schon schwer, einem Freund, der mich angelogen hat, zu verzeihen. Wie sollte ich dann so was verzeihen?

Doch Gott kann das, denn er liebt uns mehr als das er uns hassen könnte.
Gottes Liebe ist so stark, dass er uns alles verzeihen kann, wenn wir es wirklich bereuen. Er sieht unser Herz an und weiß, wie es uns geht. Er hat jeden einzelnen von uns gemacht und weiß alles über unsere Stärken und Schwächen. Er kann uns nicht mehr böse sein, wenn wir ihn um Verzeihung bitten.

Ich wünsche dir die Gewissheit, dass du geliebt wirst und dich immer an Gott wenden kannst, wenn du etwas falsch gemacht hast. Ich wünsche dir den Mut, um alles auf den Tisch zu legen und die Freude darüber, dass dir vergeben wird.

Seid gesegnet
Doro