7.Sep 2018

Götzendienst 2.0

396Tage_5Heute geht es um Motivator Hesekiel und Götzendienst 2.0! Interessante Kombi aus meiner Sicht, was denn das eine mit dem anderen zu tun hat…

Diese Woche wird der Prophet Hesekiel zum Motivator seines trübseligen verbannten Volkes Israel. Hesekiel, als Nachrichtensprecher Gottes, verspricht in Gottes Auftrag, dass die Feindesvölker vernichtet werden, verspricht ihnen Land, viele Nachkommen, Gottes Schutz, viel Vieh und Ernte, eine hohe Kampfstärke und noch ein paar Dinge, die das Volk brauchte. Doch Gott tut das nicht in erster Linie den Israeliten zuliebe:

So spricht Gott, der Herr: Ich mache das nicht euretwegen, Volk der Israeliten, sondern für meinen heiligen Namen, den ihr bei den Völkern, zu denen ihr gekommen seid, entweiht habt.“ (Hesekiel 36, 22 NLB)

Na toll. Ich stelle mir vor, wie sich die Israeliten gerade gefreut haben, dass Gott sie ihretwegen und aus Mitleid so sehr beschenken möchte. Das ist wie so ein Lächeln, was sich vor seinem Höhepunkt in ein leicht schockiert-verzerrtes Gesicht verwandelt. Also so würde ich vor 2500 Jahren reagieren.

Gottes Name wurde also entweiht. Ein anderes Wort für entweihen wäre entwürdigen. Nun wird es Zeit, ihn wieder groß zu machen. Gott möchte für die Wunder und Taten, die er für die Menschen vollbringt, geehrt und erhöht werden. Wenigstens ansatzweise in dem Maße, wie es ihm gebührt. Ihm gebührt so viel Ehre, dass man das nie in dem Maße ausdrücken könnte. Alle Völker ringsum Israel lachen das Volk Gottes aus und denken sich: „Was ist das wohl für ein schwacher Gott, den sie da haben, der sein Volk nicht auf die Reihe kriegt“. Das Volk selbst baut unzählige Altäre, um andere Götzen anzubeten, betreibt ohne Ende Hurerei, Wahrsagerei usw. Nun wird sich das ändern! Krass, dass Gott sowas so lange über sich ergehen lässt.

Beim Lesen des Textes kommt mir eine Frage:

Wo entweihe ich, durch mein Verhalten, den Namen Gottes?

Ich, als Christ, sollte doch in allem, was ich tue, ein Vorbild für Nichtchristen sein. Wenn ich sage „Ich bin Christ“ und dann andere Götzen anbete, wie die Israeliten auch, ist das doch die größte Entweihung Gottes, die man sich vorstellen kann. Götzendienst betreibe ich überall, wo ich nicht auf Gott vertraue und nicht ihn allein ins Zentrum stelle. Zum Beispiel, wenn ich eher auf meine Sicherheit und meine Kraft vertraue, statt auf die Führung und Kraft Gottes. Oder, wenn ich statt auf Gottes Wort und seine Stimme, lieber auf mich und auf andere Menschen höre. Ich denke Götzendienst ist viel weiter gefasst, als man das am Anfang vielleicht denken mag. Das betrifft nämlich nicht nur Geld, Macht und Autos.

Ich habe zum Beispiel immer solche Armbänder mit irgendwelchen christlichen Messages um, wie zum Beispiel: C.I.A – Christ in Action. Dann habe ich gemerkt, dass ich unterbewusst immer gedacht habe, dass diese Armbänder mir irgendwie Glück bringen, oder dass Gott mir nur wegen diesen Bändern näher ist. Glücksbringer sind in meinem Verständnis auch schon kleine Götzen. Deshalb habe ich diese Teile erstmal für einen Monat abgemacht, um mich selbst von diesen falschen Gedanken zu lösen.

Wenn es nach dieser Definition von Götzendienst geht, betreibe ich das öfter, als zuvor gedacht. Ich bin also gar nicht so viel besser als die „blöden Israeliten“.

Und trotzdem beschenkt er mich und hilft mir immer wieder dabei, den Blick auf ihn zu richten, indem er sagt:

Und ich werde euch ein neues Herz geben und euch einen neuen Geist schenken. Ich werde das Herz aus Stein aus eurem Körper nehmen und euch ein Herz aus Fleisch geben.“ (Hesekiel 36, 26 NLB)

Ich finde mit einem Herz aus Fleisch, dass sich ganz auf Gott ausrichtet, lebt es sich wesentlich besser.

Was meinst du zum Thema Götzendienst? Erwischst du sich auch manchmal dabei? Hast du das Geschenk eines neuen Herzens schon angenommen?

Einen herzlichen Tag wünscht dir

Martin