23.Nov 2018

Gemeinsam sind wir stark!

Schon viele Andachten, Predigten und Texte wurden zu 1. Korinther 12 verfasst. Viele Vergleiche und anschauliche Beispiele darüber, dass wir als Gemeinschaft aus unterschiedlichen, aber gleichwertigen Gliedern bestehen. Darüber, dass jeder Mensch seine individuelle und wertvolle Aufgabe besitzt und die lauten Stimmungsmacher*innen nicht mehr wert oder besser sind als die ruhigen Unterstützer*innen im Hintergrund. Oft hat mir diese Stelle Mut für meine eigenen Aufgaben und Talente gegeben, mir aber auch die Augen geöffnet für die Wichtigkeit der anderen Aufgaben und talentierten Menschen. Meine Gedanken waren darauf gerichtet, dass wir nur gemeinsam als Körper funktionieren können. Nur wenn alle mitmachen, kann der Körper „Gemeinde“ vorwärts gehen. Doch kam mir heute beim Lesen noch ein anderer Gedanke, den ich noch nicht so bewusst wahrgenommen habe.

Kennt ihr diesen kleinen Comic, bei dem ein großer Hai einen kleinen Fisch bedroht? Und auf dem nächsten Bild hat der kleine Fisch seine Freunde zur Hilfe geholt und als großer Schwarm bilden sie einen noch größeren Fisch nach und bedrohen den Hai? Davon abgesehen, dass Fischschwärme keine Bilder und Figuren darstellen, wird doch eins sichtbar: Zusammen sind sie stark!

Etwa ein Viertel aller Fischarten verbringen ihr gesamtes Leben in Schwärmen und über 50% aller Fische leben zumindest eine Zeit lang als Gruppe. Die Vorteile davon sind vielfältig. Gemeinsam finden sie schneller Futter, Partner für die Fortpflanzung und können sich besser vor Angriffen von Raubfischen schützen. Durch die pure Anzahl von kleinen Fischen werden die Angreifer erst einmal optisch verwirrt. Hinzu kommt eine Art Reizüberflutung durch größere Schwingungen, Druckunterschiede und elektrische Impulse. Das Risiko gefressen zu werden, sinkt für den einzelnen Fisch innerhalb eines Schwarms enorm.

Auch wir sind gemeinsam stärker. Gemeinsam können wir als Christ*innen, als Menschen besser auf Probleme reagieren und Herausforderungen überwinden. Nur wenn der gesamte Körper gesund und aktiv ist, können wir eine Erkältung abwehren, können wir einen Berg erklimmen oder Schicksalsschläge bewältigen. Lasst uns nicht wegsehen, wenn ein Mitglied unserer Gemeinschaft ein Problem hat. Lasst uns nicht denken, dass andere schon etwas tun werden und passiv bleiben. Lasst uns gemeinsam nach vorne gehen und Krisen aktiv begegnen und nach Lösungen suchen. Gemeinsam sind wir stark. Lasst uns diesen Satz nicht einfach nur sagen, sondern lasst uns auch danach handeln.

Übrigens haben Forscher*innen des Leibniz-Instituts in Berlin festgestellt, dass Fischschwärme intelligentere Entscheidungen treffen als einzelne Fische. Bei einer Weggabelung entschieden sich einzelne Fische zu 45% für den Weg an dessen Ende ein Feind lauerte, während Fischschwärme zu 90% den sicheren Weg wählten.

Gemeinsam sind wir stärker und klüger!

Eure Tabea