23.Mrz 2018

Das Gebet des Jabez

396Tage_2Wir lesen und lesen und haben schon fast ein Drittel der ganzen Bibel geschafft. Herzlichen Glückwunsch an alle, die bis hierher durchgehalten haben. Ihr seid klasse!

Nun sind wir an einem Punkt angelangt, vor dem es mich schon von Anfang an gegraut hat, die Chroniken. Endlose Stammbäume, schwierige Namen und das über insgesamt 55 Kapitel. Übrigens, wer noch nach Namen für sein Kind sucht, hier findet ihr die Besten. (Achtung: Ironie)

„Wenn ich das geschafft habe, kann ich endlich richtig anfangen die Bibel zu lesen“, dachte ich … bis ich vom Gebet des Jabez hörte. Auf einmal bekam ich sogar Vorfreude. Diese Woche lesen wir von diesem wirklich starken Gebet. Wir lesen von einem Mann, der auf Deutsch übersetzt „Schmerz“ heißt. Seine Mutter nannte ihn so, weil er bei der Schwangerschaft solche Probleme verursachte. Trotz mieser Startvoraussetzungen hatte er ein gelingendes Leben. Mitten in diesem Haufen von Stammbäumen und Namen betet Jabez zu Gott:GebetdesJabez_k

„Segne mich doch und erweitere mein Gebiet! Sei bei mir in allem, was ich tue, und bewahre mich vor allem Kummer und Schmerz! Und Gott erhörte sein Gebet“  (1. Chronik 4,10)

Wow … In zwei Sätzen auf den Punkt gebracht. In diesem Gebet steckt alles, was ich brauche, um mit Gott durchzustarten und ein Leben in Fülle zu führen. Ich finde dieses Gebet so stark.

Das erste Mal davon gehört habe ich bei der juleica-Mitarbeiterschulung, einer Jugendbildungsveranstaltung des CVJM für ehrenamtliche Mitarbeitende in der Jugendarbeit. Ich als FSJ’ler war selbstverständlich dabei. Beim Vorstellen des Büchertisches wurde ein Buch empfohlen mit den Worten: „Wenn es nach mir ginge, sollte jeder das Buch hier lesen.“ Wenn das so ist, dachte ich, muss das Buch gar nicht so schlecht sein. Ich bin ein echter Lesemuffel. Meiner Meinung nach sollte es statt Lehrbüchern lieber Lehrfilme geben. „Aber wenn ich schon mal was lese, dann soll es auch was Gutes sein“, sagte ich mir. Während der Lehreinheiten schnappte ich mir immer dieses Buch und las „Das Gebet des Jabez“ von Bruce Wilkinson.

Ich war von diesem Gebet so begeistert, dass ich gleich angefangen habe, es jeden Tag zu beten. Aber was steckt denn nun dahinter?

„Segne mich …“ Diese zwei Worte sind mittlerweile zu meinem Standardgebet geworden. Zwischen 2 und 40 Mal am Tag bete ich sie. Abgesehen davon, dass es kaum Zeit kostet, das zu beten, ist Gottes Segen essentiell für mich. Unter Segen verstehe ich die Anwesenheit und Führung Gottes. Nur mit Gottes Segen überstehe ich schwierige Situationen und kann andere Leute in meinem Umfeld von IHM begeistern. In meiner Vorstellung bin ich wie so ein Steckdosenverteiler, der an der Hauptsteckdose hängt. Gott (die Hauptsteckdose) pumpt die ganze Zeit seinen Segen (Strom) in mich hinein. Ich als Verteiler habe genug Power für mich selbst und noch so viel davon übrig, dass sogar noch der Toaster und die Mikrowelle (mein Umfeld) etwas davon abbekommen. Wenn ich bete „Segne mich“ ist das nicht nur für mich bereichernd, sondern auch für mein Umfeld.

„… erweitere mein Gebiet.“ Das ist wohl eines der Sachen, die ich am meisten möchte, eine Gebietserweiterung. Je größer das Gebiet Jabez’s ist, desto mehr Verantwortung und desto mehr Aufgaben hat er. Das möchte ich auch, eine Herausforderung. Wenn es vor einem halben Jahr nach mir gegangen wäre, hätte ich nicht als FSJ’ler hier angefangen, sondern wäre gleich Generalsekretär geworden. Mindestens das. Ich wollte am liebsten 7 Tage die Woche unterwegs sein, immer auf Freizeiten und immer Jugendliche von Gott begeistern. So groß sollte mein Gebiet sein. Als ich angefangen habe zu beten „… erweitere mein Gebiet“ habe ich gedacht, mal sehen, vielleicht bin ich ja morgen wirklich Generalsekretär. Nun gut, was soll ich sagen, Generalsekretär wurde ich dann doch nicht. Zum Glück, das wäre dann doch ´ne Hausnummer zu groß gewesen. Aber Gott hatte mich trotzdem vor neue Herausforderungen gestellt. Es war zwar nicht ganz Sachsen-Anhalt, aber es gab genug Menschen und Gelegenheiten, in denen ich herausgefordert war und in denen ich von Gott begeistern konnte. Sehr cool, aber anstrengender als gedacht.

„Steh mir bei …“ Anfangs hatte ich diesen Teil gedanklich zumindest etwas vernachlässigt. Ich wollte lieber beten „… erweitere mein Gebiet“. Doch je mehr ich diese Worte betete und je mehr mein Gebiet auch tatsächlich erweitert wurde, desto mehr betete ich „steh mir bei“. Es gab dann auch Tage wo ich zu Gott sagte: „Ok, für diese Woche hast du mein Gebiet schon genug erweitert, heute bitte nur mir beistehen, ja?“ Ich muss(te) lernen, ganz in Gottes Abhängigkeit zu leben. Ohne ihn schaffe ich es nicht. Um in dem Bild mit der Verteilersteckdose zu reden, ohne die Hauptsteckdose kann ich nichts Bedeutendes erreichen. Das coole ist: in Abhängigkeit von Gott zu leben, ist Unabhängigkeit.

„… und bewahre mich vor allem Kummer und Schmerz!“ Nun gut, das ist die Stelle des Gebetes die ich noch nicht ganz verstanden habe. Schmerz und Leid gehören doch zum Leben dazu? Man sagt doch immer: „wenn du Christ bist, wird nicht alles automatisch besser“.  Aber vielleicht traue ich Gott auch zu wenig zu. Ich weiß es noch nicht so ganz. Was ich aber weiß ist: dass er mir in diesem Schmerz immer beiseite steht.

Auf jeden Fall steht am Ende dieses extrem krassen Gebets:

„Und Gott erhörte sein Gebet.“ Das finde ich einen genialen Zuspruch. Gott erhört also mein Gebet. Ich kann es nur jedem empfehlen das ganze mal auszuprobieren, aber seid gewarnt: Anwendung auf eigene Gefahr.  Wie ich schon gesagt habe, es „funktioniert“.

In diesem Sinne wünsche ich allen LesernInnen Gottes SEGEN!

LG euer Martin