6.Jul 2018

Bin ich eine Marionette?

396Tage_4Nun sind wir an einem ganz besonderen Punkt angelangt: Die Sprüche Salomos. Hier erwarten uns 31 Kapitel voller tiefgehender und lebensnaher Sprichwörter, Vergleiche und Ratschläge. Es ist auch bekannt als „Das Buch der Weisheit“. Wer weise werden will, der liest am besten fleißig mit. Wer noch nicht dabei ist, kann auch jetzt noch einsteigen. Hier lernt man was fürs Leben 😉

Übrigens in diesem Buch findet man auch geläufige Sprichwörter, wie: „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.“ (Sprüche 26,27) Na, wer von euch hätte gedacht, dass das in der Bibel steht?

Doch ich möchte heute einen ganz anderen Vers betrachten. Es fiel mir schwer nur einen rauszusuchen, weil fast jeder der Tausend Sprüche es verdient hätte, näher betrachtet zu werden. In Kapitel 20, Vers 24 steht:

„Wie könnten wir den Weg, den wir gehen, begreifen? Es ist der Herr, der unsere Schritte lenkt.“

Was? Der Herr lenkt meinen Schritt? Und überhaupt, ich kann meinen Weg sehr wohl begreifen: Kindergarten, Schule, Ausbildung, Arbeit, ab und zu Urlaub und dann endlich Rente.

Ein paar solcher Gedanken kamen beim Lesen in mir hervor. Ich stellte mir 2 Fragen: Was meint dieser Vers?  … und …  Wenn das wirklich stimmt was da steht, was bedeutet das für mich?

„Wie könnten wir den Weg, den wir gehen, begreifen?“ Ich würde meinen Weg, den ich gehe, oder den ich gehen werde, gerne begreifen. Ich will die Kontrolle haben. Aber irgendwie ermutigt mich dieser Satz auch enorm. Wenn wir den Weg, den wir gehen, nicht begreifen können und Gott (wie in anderen Posts schon erwähnt) einen Plan für uns hat, bedeutet das, dass auch Wege, die uns vermeintlich sinnlos erscheinen, seinen Wert haben. Wir haben nicht den ganzen Überblick über unser ganzes Leben. Gott schon. Ich stelle mir das folgendermaßen vor: Ich stehe ganz dicht vor dem Fernseher, so dicht, dass ich nur einen oder zwei Pixel sehen kann. Ich denke dann: „Was ist das denn für ein komisches Bild?“ Gott steht etwas weiter weg und sieht den ganzen Bildschirm. Er sieht ein wunderschönes Bild meines Lebens. Für mein ganz alltägliches Leben bedeutet das sehr viel. Ich muss nicht immer alles verstehen. Ich muss nicht immer alles toll finden. Ich muss nicht immer sofort ans Ziel kommen. Ich muss nicht immer alles unter Kontrolle haben. Ich muss nicht immer alles schaffen. Sondern: ich darf vertrauen haben. Vertrauen darauf, dass Gott es besser weiß und dass er die Sache unter Kontrolle hat. Das er mit mir ans Ziel kommt. Ist das nicht unglaublich beruhigend und anspornend zugleich?

„Es ist der Herr, der unsere Schritte lenkt.“ Meine Gedanken zu dieser zweiten Hälfte des Verses sind folgende: Ich Martin, habe einen freien Willen. Ich kann bis zu einem bestimmten Punkt tun und lassen was ich will. Ich bin frei mich zu entscheiden. Entscheiden für ein Leben mit oder ohne Gott. Entscheiden, ob ich meinen Weg mit, oder ohne Gott gehe. Wenn ich mich entscheide mein Leben mit Gott zu leben und ihm die Kontrolle gebe, kann ich getrost sein, dass er meinen Schritt lenkt. Er hat ja schließlich die Kontrolle bekommen. Wenn ich mich aber für ein Leben ohne Gott entscheide, denke ich, dass der Herr trotzdem meinen Schritt bis zu einem gewissen Punkten lenkt. Er schenkt mir Begegnungen, Möglichkeiten und Gedanken, mich für ein Leben mit ihm zu entscheiden. Was dann passiert, ist dann wieder meine freie Entscheidung. Ich gebe Jesus gerne die Kontrolle über mein Leben ab. Doch trotzdem fällt es mir schwer zu glauben, dass er mich komplett führt, auch wenn ich im Kopf weiß, dass es so ist. Wenn das wirklich so wäre, müsste ich mir keine Sorgen über die Zukunft machen. Egal was passiert, egal ob es bergauf oder bergab geht, der Herr hat mich dorthin geführt, weil es der richtige Weg ist oder weil er mir etwas zeigen möchte. Ist das nicht unglaublich beruhigend und anspornend zu gleich?

Was glaubst du?

Einen schönen Sommer,

Martin