14.Jun 2018

Unter dem Schirm des Höchsten

396Tage_3Wir lesen weiterhin die Bibel und sind schon mitten in den Psalmen. Einer der heutigen Psalmen war der Psalm 91. Er beginnt mit einer ziemlich krassen Aussage:

„Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem Herrn: „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.“

Dieser Satz erinnert mich an ein Lied aus der Kinderkirche, es heißt „Unter dem Schirm des Höchsten“. Der Refrain dieses Liedes gibt auch eine gute Zusammenfassung auf das, was der erste Teil des Psalms aussagt. „Unter dem Schirm des Höchsten, da bin ich geborgen Tag und Nacht“. Genau das sagt der Psalm aus. Ich brauche keine Angst zu haben, nicht tagsüber und auch nicht in der Nacht, egal was ich tue, egal, was ich vorhabe, Gott wird mich beschützen, auf mich aufpassen und schon dafür sorgen, dass es mir gut geht, solange ich unter seinem Schirm bleiben möchte und an ihn glaube.

Und wenn das noch nicht reicht, dann liest man einfach ein bisschen weiter bis zu den Versen 11 und 12 und dort steht dann: „Denn Gott hat seine Engel ausgesandt, damit sie dich schützen, wohin du auch gehst. Sie werden dich auf Händen tragen, und du wirst dich nicht einmal an einem Stein verletzen.“

Nicht nur, dass ich in meinem alltäglichen Leben keine Angst vor gar nichts haben brauche, mich um nichts sorgen muss oder mir größere Gefahren drohen, nein, ich kann sogar neue Dinge ausprobieren und meinen Lebensweg bestreiten ohne mir Gedanken um meine Sicherheit machen zu müssen. Ich bin ja nicht mal alleine, auch wenn man sich vielleicht manchmal so fühlt, denn seine Engel sind bei mir und tragen mich sogar netterweise meinen Weg lang, damit ich weniger Schwierigkeiten habe und sich mir kaum etwas in den Weg stellen kann, was mich davon abhalten könnte, meinen Weg zu gehen. Ich kann nach vorne gehen, ohne zu zögern, denn seine Engel und Gott höchstpersönlich, der sie gesandt hat, bewachen mich.

Heißt das jetzt, dass ich nie wieder krank werde? Nie wieder traurig bin? Immer alles klappen wird?

Nein. Aber es heißt, dass ich, wenn ich mal krank bin, oder mal etwas nicht klappt wie geplant, vor Panik nicht direkt an die Decke springen muss. Gott hat einen Plan und nur, weil ich ihn nicht kenne und deshalb was anderes möchte, heißt ja nicht, dass er mich nicht trotzdem behütet und beschützt, es heißt nur, dass ich vielleicht meinen Willen nicht bekomme. Das gefällt mir meistens nicht so gut auf den ersten Augenblick, vielleicht ist man zunächst mit Gott nicht ganz im Reinen, ist wütend, weil man den eigenen Plan nicht umsetzen konnte, aber ich habe bisher immer irgendwann gemerkt, dass es so wie Gott wollte, besser für mich war.

Das ist ein Bibelvers, der uns sagt, dass wir keine Angst haben brauchen, dass Gott uns beschützt und dass wir unverzagt nach vorn gehen können. Dennoch machen viele immer wieder das Gegenteil. Ich auch. Immer wieder kommt man ins Zweifeln, hat Angst, macht sich Sorgen. In solchen Momenten kann man den Psalm 91 immer wieder lesen und sich klar machen: „Ja. Gott ist mit mir und unter seinem Schirm bin ich sicher!“ Sicher bei Gott, heißt, dass ich nicht alleine dastehe, sondern Gott mir den Rücken stärkt und mich wieder auffängt, wenn ich scheitere. Es heißt auch, dass ich schon irgendwo unterkommen werde, vielleicht nicht da wo ich möchte oder vielleicht auch nicht da, wo ich damit gerechnet hätte, aber irgendwo werde ich landen, und dort ist es dann genau richtig, dort klappt dann auf einmal viel mehr und ich habe Spaß und Freude. Hätte ich damit gerechnet, jemals ein FSJ zu machen? Nein. Im CVJM? Noch weniger. Ist dann aber doch so gekommen, und es war die richtige Entscheidung für mich, auch wenn ich das vorher gar nicht wusste.

Am Ende des Psalms, wenn man sich bewusst gemacht hat, wie toll die ganze Aktion von Gott ist, uns Tag und Nacht, 24/7, rund um die Uhr beschützt und bewacht und für uns sorgt, kommt für uns eine kleine Aufgabe. Wir werden aufgefordert, den Herrn dafür zu ehren und ihn zu erhören, ihm nachzufolgen und ihm zu danken für seinen Schutz und für sein Tun! Man könnte auch sagen, man soll Gott feiern. Wenn man sich gerade glücklich und zufrieden fühlt, kann man Gott direkt danken. Wenn man etwas Schönes sieht, in der Natur zum Beispiel, kann man ihm direkt danken. Man kann ihm auch mal danken, dass es ihn gibt. Wenn etwas klappt, kann man ihm direkt danken! Gott feiern und danken, weil er ist, wer er ist. Und uns zu dem macht, wer wir sind.

Eure Marlene