22.Dez 2017

Vom Murren und Knurren

396TageIn den letzten Tagen konnten wir von Mose lesen, wie er mit Gottes Hilfe die Israeliten aus der Sklaverei in Ägypten geführt hat. Viel ist geschehen und Gott hat unmittelbar und mit großer Macht gewirkt und sein Volk gerettet. Zuerst kamen die Plagen, eine spektakulärer und dramatischer als die andere. Dann der Auszug der Israeliten aus Ägypten und der Schutz des Herrn vor den ägyptischen Verfolgern. Und natürlich war da noch die Teilung des Meeres, damit sie trockenen Fußes ans andere Ufer gelangten und ihre Feinde im Meer ertranken. Und nun? Das Volk Israel ist jetzt in der Wüste unterwegs und bekommt Hunger. Und sie murren.

Ich kann mir das sehr gut vorstellen, da auch ich schnell grummelig werde, wenn ich Hunger habe. Viele kennen sicher das Gefühl, wenn man auf einmal schlechte Laune bekommt, nichts und niemand einen zufrieden stellen kann und man sehr empfindlich wird. Selbst in der Werbung wird dieses Phänomen aufgegriffen und mit dem Slogan „Du bist nicht Du wenn du hungrig bist!“ geworben. Und so ging es auch den Israeliten. Sie wurden unzufrieden, murrten und machten Mose und Aaron Vorwürfe. Sie wären sogar lieber in Ägypten gestorben anstatt jetzt hier in der Wüste zu verhungern!

Wie bitte?! Als ich das las, musste ich kurz mit dem Kopf schütteln. Mensch Israel, du hast gerade erst die größten Wunder und Gottes unglaubliche Fürsorge erlebt. Was ist denn los bei euch, dass ihr jetzt alles bereits vergessen habt und an Gott zweifelt? Sogar als Gott sie dann mit Fleisch und Brot versorgt, zweifeln sie weiter und beachten Gottes Anweisungen nicht. Sie haben Angst, dass am nächsten Tag nichts mehr vom Himmel fällt und heben sich etwas von dem Manna, dem Honigbrot, für den nächsten Tag auf. Doch hätte ich wirklich anders reagiert in dieser Situation? Besonders wenn ich Hunger habe und grummelig bin? Wahrscheinlich nicht.

Ich denke, dass wir viel zu gut im Vergessen der guten Dinge in unserem Leben sind und uns oft auf das Schlechte konzentrieren. Unsere Dankbarkeit hält oft nicht lange an sobald was neues Negatives passiert. Dabei ist unser Gott groß und mächtig und sorgt sich um uns. Er versorgt uns jeden Tag mit Essen und Trinken und gibt uns immer genau das was wir brauchen. Die Israeliten haben sogar am sechsten Tag die doppelte Portion des Honigbrotes bekommen, damit sie es am Sabbat, dem Tag des Herrn, nicht sammeln gehen müssen. Und das ging über 40 Jahre so!

Wir können ihm also vertrauen und uns auf ihn verlassen, denn Gott hat bereits für alles gesorgt. Dieses Versprechen gibt uns auch die Freiheit, dass wir uns nicht so sehr von den kleinen und großen Sorgen des Alltags herunterziehen lassen müssen. Denn unsere Blickrichtung bestimmt auch unsere Fahrtrichtung und wir können nicht davon ausgehen, dass das Rechtsabbiegen funktioniert, wenn wir ständig nach links sehen. Und genauso ist es auch in unserem Leben. Wenn wir uns zu sehr aufs Murren und Knurren konzentrieren, bestimmen diese negativen Gedanken unser Leben und unsere Beziehungen zu Gott und unseren Mitmenschen.

Lasst uns mehr auf die positiven Sachen in unserem Leben fokussieren und dankbar sein!

Unser Gott sorgt für uns. Sogar wenn wir grummelig und undankbar sind.

Seid gesegnet

Tabea